Claudia Cremer - Biografin + Ghostwriterin

Für den Mutigen hat selbst der Himmel keine Grenzen

Buch-Cover: Glaube fest an ein Wiedersehen - Agnes Nußbaum

Die Konfrontation mit der Stasi führte dazu, dass Wolfgang die Planung unserer Flucht vorantrieb. Wenn ich bei ihm in Naumburg zu Besuch war, spazierten wir oft an der Saale entlang nach Schulpforte und unterhielten uns über unsere Vorgehensweise, denn in Wolfgangs Studentenbude fühlten wir uns nicht sicher. Wir wussten, dass die Wohnungen der Kirchlichen Hochschule observiert wurden, egal welcher Student gerade dort wohnte. In der Hochschule gab es auch einige IMs, die offiziell Theologie studierten. Bei manchen vermuteten wir, dass sie Spitzel waren, bei anderen wussten wir es nicht. Wir hielten uns also strikt an unsere Devise: Wir erzählen niemanden etwas von unserer Flucht und reden nur draußen an der frischen Luft über unsere Pläne...

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Der Besuch

Buch-Cover: Glaube fest an ein Wiedersehen - Agnes Nußbaum

Schon wieder ging die Sirene, nachts um 2 Uhr. Gewohnheitsmäßig, wie fast jede Nacht in den letzten Wochen, stieg Carola bei Vollalarm aus dem warmen Bett in ihre Kleider. Die Flak setzte ordentlich ein, es schien dieses Mal sehr ernst zu sein. Hastige Fußtritte im Treppenhaus, die Mitbewohner strömten bereits in den Keller. Es war wohl besser, wenn auch sie ihren Mantel anzog. Die Taschen standen bereit wie immer. Sie musste seit einigen Tagen doppelt auf der Hut sein, denn sie war allein in ihrer Wohnung. Die Mutter war zur Erholung gefahren. Carola zog hastig drei Mäntel übereinander und band ihre Taschen zusammen. Jetzt aber schnell hinunter. Es ging los: Angriff auf D.!

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Über dieses Buch
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Einschulung und Familienzuwachs

Buch-Cover: Schnee am 4. Oktober - Johanna Hofmann

Meinen ersten Schultag werde ich nie vergessen. Morgens stöhnte meine Mutter unter großen Schmerzen, und ich wusste, sie war krank. Doch bevor sie sich ins Bett legte, rubbelte sie noch die Wäsche, die sie am Vortag eingeweicht hatte, und hängte sie auf, damit nichts herumstand. Dann half sie mir beim Ankleiden. Sie zog mir eins von meinen schönen Kübler-Kleidern an. Das waren teure und sehr moderne Strickkleider. Darüber trug ich zum Schonen des empfindlichen Materials eine Trägerschürze aus Baumwolle, die meine Mutter genäht hatte. Ich war mächtig stolz, immer so gut angezogen zu sein, vor allem aber heute, an meinem ersten Schultag. Nachdem ich angekleidet war, sagte meine Mutter zu mir: „Ich kann nicht mit dir zur Schule gehen, Hanni. Die Gretl muss dich bringen.“ Dann schleppte sie sich mit letzter Kraft ins Schlafzimmer.

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